Ursprung SUP

  • Der Ursprung geht unter anderem auf polynesische Fischer zurück, die sich in ihren Kanus stehend auf dem Meer fortbewegten. Viele Jahre später war SUP dann eine komfortable Fortbewegungsart für Surf-Lehrer auf Hawaii
  • In den 70er Jahren verdrängte das Shortboard-Wellenreiten das Longboarden und das Stand Up Paddle Surfen. Ab den 90ern wurde der Sport dann von den hawaiianischen Surfern Laird Hamilton, Dave Kalama und Robby Naish wieder entdeckt

 

SUP TIPPS

  • Brett und Gleichgewicht: Auch wenn die ganze Angelegenheit am Anfang noch etwas ungewohnt und wacklig ist, der Körper lernt sehr schnell. Beim 2. Mal geht es dann schon viel besser
  • Paddeln: Es ist wie beim Fahrradfahren – wer stehenbleibt, kippt um! Das Paddeln bringt Stabilität beim Stehen auf dem Brett.
  • Beratung: Das richtige Material ist entscheidend. So kommt es z.B. auf das Volumen des Brettes drauf an und auf das korrekte Paddel. Mit einem zu grossen Paddel und häufigen längeren Touren kann man sich auch schnell eine Schulterverletzung holen. Informiere dich auch über Sicherheit wie zum Beispiel das Tragen einer Schwimmweste 300m vom Ufer weg
  • Wind: Unerfahrene Paddler, die mit dem Wind rausfahren, unterschätzen meist den Kraftakt, den sie aufbringen müssen, um gegen den Wind wieder zurückzufahren. Im Sitzen / knien lässt es sich effektiver paddeln bei Wind oder in der Prone Paddling Stellung, mehr hier. Grundsätzlich immer gegen den Wind raus und mit dem Wind reinpaddeln
  • Schultern: Deine Schultern werden beim SUP intensiv eingesetzt, deshalb trage ihnen Sorge und achte auf folgende Punkte:
    – kaufe ein leichtes Brett und trage es nur für kurze Distanzen herum, kauf dir sonst einen SUP caddy, z.B. hier
    – dein Paddel sollte nicht zu lang sein, damit du das Schultergelenk nicht überstreckst (siehe Materialkunde unten)
    – das Paddelblatt sollte deiner Körpergrösse, Gewicht entsprechend sein (siehe Materialkunde unten)
    – vergiss nicht dich vorher aufzuwärmen und dich danach zu stretchen
    – Mehr Infos: Schultern
  • Generelle SUP Tipps hier

 

SUP Regeln & Verhaltensweise auf dem See

  • Das SUP unterliegt der der Binnenschiffahrtsverordnung und fällt in die Kategorie der Ruderboote, bzw. wettkampftauglichen Wassersportgeräte. Es gibt ein spezifisches Merkblatt für Stehpaddler. Neben der Pflicht eine Schwimmhilfe dabeizuhaben, wenn die 300m Uferzone verlassen wird, muss das Board mit der Halteradresse versehen sein
  • In der Nacht oder bei Wetter mit schlechter Sicht, muss ein Rundumlicht eingesetzt werden
  • Andere Fahrzeuge wie Schiffe, Segelboote haben Vortritt. Paddle immer so, als seist du am Ende der Nahrungskette, denn gegen ein Motorboot hast du keine Chance! Beachte auch, dass ein herannahendes Boot dich im Gegenlicht wohlmöglich gar nicht sieht und weiche immer bestmöglichst aus
  • Fahren zwei Stand Up Paddler aufeinander zu, weichen beide nach rechts aus (Steuerboard). Dies gilt auch gegenüber Kajak- und Kanufahrern bzw. Ruderern
  • Sonnen auf dem Brett ist wunderbar, aber beachte dabei, dass du liegend auf dem Brett nicht gut sichtbar bist, insbesondere im Gegenlicht und wähle bewusst Orte aus, wo es keinen regen Bootsverkehr gibt. Mit dem Wind wirst du schnell an einen anderen Ort verfrachtet, da hilft dir auch ein kleiner Anker. Sei dennoch aufmerksam
  • Ausserhalb der äusseren Uferzone (300 Meter) ist eine auffällige Kleidung ratsam, damit man von schnell fahrenden Booten frühzeitig gesehen wird
  • Mind. 50m Abstand zu Kursschiffen und Schiffsstegen ist einzuhalten, Badis müssen außerhalb der Bojen umfahren werden
  • Es ist verboten sich in Schutzzonen aufzuhalten. Naturschutzgebiete werden grossräumig umfahren
  • Rücksicht auf Badende ist geboten, in Ufernähe bei niedrigem Wasser oder Badenden zuerst kniend rauspaddeln. Bei aufziehendem Gewitter oder starkem Wind ist sofort zum Ausgangsort zurückzukehren
  • Leash: noch die wenigsten SUP Anfänger haben eine Leash (in Seen wird eine coiled Leash empfohlen). Die Leash ist jedoch deine Verbindung zu deiner Rettungsinsel, deinem Brett. Bei Wind und Wellengang kann sonst das Brett sehr schnell weg sein. Zudem ist es sehr schwierig jemanden im tiefen Gewässer zu finden, dank dem Brett & der Leash wird die Suche erleichtert
  • Beachte, dass andere Richtlinien gelten auf dem Fluss und erkundige dich vorgängig
  • Bleibe so nahe beim Ufer, dass du im Notfall immer noch alleine an Land schwimmen könntest. Bei kaltem Wasser und Wind braucht es zusätzliche Sicherheitsmassnahmen wie Neopren, Trockenanzug, gegen den Wind raus und nahe am Ufer bleiben
  • Abfälle wie Zigaretten, Flaschen, Büchsen, Plastiksäcke und dergleichen gehören an Land entsorgt
  • Umsichtiges Verhalten in Bezug auf Sicherheit (Ausrüstung, Verkehrsregeln, Ortskundigkeit) und gegenüber der Natur sowie gegenüber anderen Wassersportlern, hilft eine gute Akzeptanz von allen Seiten für SUP zu erzielen, danke!

 

Materialkunde

Das richtige Material ist entscheidend. In Bezug auf deine Gesundheit ist das Paddel wichtiger als das Brett, da das Paddel direkten Impact auf deine Schulter hat. Hier sollte also nicht gespart werden, sondern auf ein leichtes Paddel geachtet werden.

SUP Board

  • Das SUP Board ist zwischen 2,70–5,50m lang, 55cm bis 90 cm breit (je nach Körpergrösse, Können und SUP Art) und ähnelt somit einem Longboard vom Wellenreiten. Wenn man es jedoch neben ein solches legt, fällt auf das das Paddelboard nicht nur länger sondern auch breiter und dicker ist. Die Abmessungen eines SUP Boards werden in Fuss (30.5cm) und inch (2.5cm) angegeben. Ein 9 Fuss Brett ist ein SUP Shortboard und eignet sich nur für sehr geübte oder leichte SUP-er. Es wird insbesondere  fürs Wellenreiten benutzt. Längere Bretter werden im Touring oder Racing Bereich eingesetzt und sind meist schmal. Mehr Boardlänge bedeutet Schnelligkeit und besseren Geradeauslauf
  • Wichtig bei der Wahl des Brettes ist u.a. das Boardvolumen. Grob gerechnet sollte das Volumen folgender Anzahl Litern entsprechen: Volumen des Brettes – 120 (140 l) = Gewicht des Paddlers. Dies gilt für Anfänger, mit mehr Brett-Erfahrung können auch Bretter mit weniger Volumen gefahren werden. Wenn Touren geplant sind mit viel Gepäck, bist du mit einem Brett mit hohem Volumen besser bedient:
    – kein lästiges & anstrengendes Aufpumpen  & leicht zu reparieren
    – direkteres Fahrgefühl & etwas bessere Fahrleistung
    – unsinkbar auch bei Beschädigung (Sicherheit, insbesondere auf dem Meer)
  • Es gibt ganz unterschiedliche Boardtypen. Sie werden aus den verschiedensten Materialien wie Epoxy, Holz, Carbon, Bambus, Polyester etc. hergestellt. Grundsätzlich verfügen lange Boards über ein gutes Gleitvermögen, kürzere sind drehfreudiger und breitere geben mehr Stabilität. Die Breite für ein Einsteigerbrett ist rund 30 inch, also 75 cm. Neben den so genannten Hardboards gibt es auch die Inflatibles oder aufblasbaren SUP Boards. Sie ermöglichen einfache Lagerung und gute Transportmöglichkeiten. Inflatibles sind aus extrem reissfester Spezialfaser hergestellt und sind daher u.a. auch für Flüsse und insbes. Wildwasser sehr geeignet. Trotz einiger Vorteile der aufblasbaren Boards (i-SUP) haben Hardboards folgende Vorteile:
  • Die Boards lassen sich grob in 5 unterschiedliche Bordklassen gliedern: Allrounder (für Anfänger), Cruising- oder Touringboards, Raceboards, Wave-Boards oder White-Water-Bretter. Die verschiedenen Shapes der Bretter tragen dabei zum perfekten Einsatz im jeweiligen Revier bei. Boards mit runder, breiter Nose (Bug) und Tail (Heck) sind kippstabiler als Bretter mit spitzer, schmaler Nose und Tail

 

SUP Paddel

  • Das Paddel besteht aus Alu, Glasfaser, Holz oder Carbon und wird individuell auf die Körpergrösse des Sportlers angepasst. Es gibt fixe und höhenverstellbare Paddel, so genannte Vario Paddel. Mittels Schnellverschluss kann die Länge komfortabel angepasst werden. Manche Paddel kann man sogar in drei Teile zerlegen und hat somit die maximale Mobilität. Nachteil dieser Paddel sind das konstruktionsbedingt etwas höhere Gewicht sowie die etwas geringere Steifigkeit (dafür gelenkschonender). Jedoch hat insbesondere Naish auch hier perfekte Vario-Paddel, die sehr geringes Gewicht aufweisen. Fixe Paddel müssen zuerst auf die richtige Grösse gekürzt werden. Da diese Paddel in der Regel leichter und steifer sind, werden sie bevorzugt für den sportlichen, performance-orientierten Bereich genutzt. Carbonpaddel sind aufgrund des leichten Gewichts sehr empfehlenswert, wenn auch teurer. Aber die Investition lohnt sich vielfach, deine Gelenke danken dir und du hast weniger schnell müde Arme & Schultern
  • Da die Paddellänge zwischen See und Meer (kürzer) variiert und auch je nach Brett-Höhe sind die Vario-Paddel sehr empfehlenswert. Hier mehr Infos über die Naish-Paddel. Hier ein paar grobe Angaben für den durchschnittlichen SUP-er. Grundsätzlich haben die meisten das Paddel zu lang, der Arm sollte nicht durchgestreckt sein und das Handgelenk über den Paddel. Für das Flachwasser ca. 15-20cm über der Kopfhöhe, fürs Meer mit Wellen sollte die Länge des Paddels ca. 10-15cm über der Kopfhöhe betragen. Grundsätzlich gilt:
    – je mehr aus dem Rumpf gepaddelt wird, desto kürzer das Paddel
    – je höher die Paddelfrequenz, desto kürzer das Paddel
    – bei unruhigen Bedingungen längeres Paddel und ein grösseres Paddelblatt
  • Beim Paddelgriff gibt es den traditionellen Kaufgriff und den neueren T-Griff (z.B. bei Naish). Der Trend geht zum T-förmigen Griff hin, da man damit optimal Druck geben, das Paddel gut kontrollieren/steuern kann und es gut in der Hand liegt
  • Das Paddelblatt (der Teil unten der jeweils im Wasser ist) gibt es auch in verschiedenen Grössen und Formen je nach Einsatzbereich. Je grösser das Paddel desto höher der Vortrieb, je kleiner das Paddel desto weniger Kraft ist erforderlich, aber umso schneller muss man paddeln. Die Grösse für Kinder und leichte Personen liegt bei 7“. Etwas Schwerere oder gut trainierte SUP Ladies nehmen bis Grösse 8“. Über 8“ ist nur für Männer oder kräftige, grosse, schwere oder sehr gut trainierte SUP Ladies zu empfehlen. Race Paddel sind auf maximale Performance im Flachwasser getrimmt und messen bis zu 9“. Der allgemeine Trend geht Richtung kleineren Blades und somit zu einer hohen Paddel-Kadenz

SUP Bekleidung

  • In den Sommermonaten wenn der See warm ist, empfiehlt sich das Tragen eines Lycras und einer Boardshort. Da die Sonne auf dem Wasser noch intensiver ist, ist eine schwimmfähige Sonnenbrille von Vorteil. Ihr könnt bei mir die Bomber Eyeware Brillen kaufen, die auf der Wasseroberfläche schwimmen und nicht abtauchen. Zudem ist Sonnencreme sehr wichtig
  • In den Zwischensaisons sind Neoprenkleidungsstücke wie Neopren Shirt, Jacke und lange Hose ideal. Ein ganzer Neopren wirkt wie eine Sauna, weshalb Neopren-Schichten Look zu bevorzugen ist
  • In den Wintermonaten oder auch im Frühling wenn die Wassertemperatur noch sehr frisch ist, ist ein Trockenanzug perfekt. Ich kann jene von Dador sehr empfehlen und vertreibe sie auch. Bitte kleide dich immer so, dass du fürs Reinfallen ins kalte Nass gerüstet bist und fahre nah am Ufer, so dass du ganz schnell an Land bist